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Die Jah­res­zei­ten – ABGESAGT

SCHAUSPIEL VON PETER BICHSEL

TOBS S6 Jahreszeiten Plakat 2021 Illu

Schauspiel — Abo A

Donnerstag, 6.5.21 — 19:30

Ein baufälliges Haus, das so tomatenfarbig angestrichen ist, dass jemand gesagt hat, man könne darin nicht wohnen, ist ein Zentrum dieser Geschichte. Darin wohnt der Ich-Erzähler mit seiner Familie und darin wohnen andere Menschen, die er beim Ein- und Auszug ebenso akribisch beobachtet wie er die Hausordnung studiert, die Farbschichten an den Wänden bestaunt und den Wasserkrug auf dem Tisch beschreibt. Der Ich-Erzähler ist ein Geschichtenerzähler. Seine Hauptfigur, Kieninger, ein Wiener, bewohnt ein Zimmer zur Untermiete in diesem Haus. Er ist das zweite Zentrum der Geschichte. Mit ihm hadert der Ich-Erzähler, weil Kieninger nicht so viel von sich preisgeben möchte, wodurch es dem Erzähler schwer fällt, eine Biographie für ihn zu entwickeln. Beide Geschichten – die des Hauses und die Kieningers – werden vom Ich-Erzähler gelenkt. So werden wir allmählich in ein komplexes, nicht mehr zu entwirrendes System hineingezogen.

Peter Bichsel (*1935) thematisiert in «Die Jahreszeiten» den Prozess des Schreibens selbst. Liebevoll und minuziös richtet er dabei seinen Blick auf das leicht zu Übersehende, Banale.

Für dieses Werk erhielt er 1965 den Preis der Gruppe 47. Heute gilt Bichsel als einer der bedeutendsten Vertreter der gegenwärtigen Schweizer Literatur. Mit «Die Jahreszeiten» stellt sich Regisseurin Deborah Epstein dem Frühwerk des von ihr hochverehrten Autors.